Lehrlinge und eine Facebook-Fanseite für Kleinstbetriebe

„Meine Lehrlinge sind ständig auf Facebook – wie kann ich diese Seite sperren?“
„Ich habe keine Zeit für Social Media, wir müssen Geld verdienen und nicht rumsurfen.“
„Wir sind ein Blumenladen / eine Papeterie / ein Hair-Stylist / Haushaltwarenladen – wir brauchen keine Fanseite, oder?“

3 Fragen aus dem Alltag mit einer einfachen Lösung des Problems: binden Sie Ihre Auszubildenden in die Werbung für Ihr Unternehmen ein. Natürlich alles im Rahmen der Lernziele und Möglichkeiten und mit ein paar Spielregeln, aber Sie können gleich 3 Fliegen mit einer Klatsche schlagen. Warum?

  1. Wenn Ihre Lehrlinge ohnehin auf Facebook sind, werden sie dies wohl auch in den Pausen sein: mit Smart- und iPhones.
  2. Wenn sie nach Hause kommen erscheinen Status-Updates wie „mein Chef ist ein Nerd“ und „sie hält Facebook wohl für einen Roman“. Das muss nicht sein.
  3. Jeder Mitarbeiter ist auch ein Botschafter Ihres Unternehmens, privat wie beruflich, also nutzen Sie dieses Potential und lassen Sie Inhalte erstellen – Sie werden überrascht sein, wie schnell diese auch neue Kunden erreichen.

Dieser Artikel soll Geschäftsinhabern und Lehrmeistern mit 5 einfachen Tipps, 3 Hinweisen und einer Anleitung zur Seite stehen. Er zeigt, wie einfach eine Fanseite erstellt werden kann, auf was geachtet werden muss, was gut ankommt bei Kunden und wie Sie diese Kunden, mit Hilfe Ihrer Mitarbeiter, zu Fans machen.

5 Tipps

  1. Zu allererst müssen Sie bei allen Beteiligten ein Bewusstsein schaffen, dass Social Media zur heutigen Kommunikation dazugehört. Natürlich gibt es Betriebe, welche (noch) davon ausgenommen sind, wie z.B. Krankenhäuser, aber selbst Schreinereien und Veloläden sehen das Potential, wenn sie ihren Kundinnen und Kunden einen kleinen Einblick ins Betriebsleben geben können.
  2. Definieren Sie Ziele. Was möchten Sie erreichen? Einen Einblick geben? Auf Aktionen hinweisen wie Events und Workshops? Wichtig ist: überlegen Sie sich, was Menschen interessieren könnte um auf Ihrer Fanseite vorbeizuschauen und verwechseln Sie es nicht mit Produktwerbung. So kann für einen Floristen ein Blumenworkshop mit entsprechend veröffentlichten Bildern interessant sein. Gesundheitstipps von der Apotheke oder schöne Türen für eine Schreinerei wie Frisuren von Heiratspaaren für eine Hair-Stylistin. Sie definieren Ihr Bild im Netz und damit Ihr Ziel, wen Sie ansprechen möchten.
  3. Vereinbaren Sie Häufigkeiten und Verantwortung. Wer veröffentlicht, übernimmt Verantwortung. Ein einfacher Tipp ist, wenn der oder die Autorin ein Kürzel am Ende des Postings (z.B. /rb) hinzufügt. So bleiben Veröffentlichungen zuordnungsbar (im Rahmen des gegenseitigen Vertrauens). Aber publizieren Sie nicht täglich etwas. Vierzehntäglich oder wöchentlich reicht. Gute Tage für Postings sind übrigens Donnerstag und Freitag (und Sonntags), da sind die meisten Menschen „im Netz“.
  4. Geheimnisse sind geheim und internes bleibt intern. Eine Gerüchteküche, Unmut über den Chef oder Difarmierendes über die Konkurrenz gehören nicht auf Facebook. Besprechen Sie lieber die Dinge in der Kaffeepause, sprechen Sie Ungereimheiten offen an und weisen Sie Mitarbeiter darauf hin, dass private Inhalte nicht auf eine Betriebsseite gehören.
  5. Seien Sie offen für Kritik und reagieren Sie gelassen auf Veröffentlichungen ihrer Fans. Mit der Ausnahme von SPAM und unerlaubter Werbung, rassistischen oder difarmierenden Inhalten sollten Sie sog. „Posts“ nicht löschen. Reagieren Sie darauf, indem Sie antworten oder kommentieren bzw. beantworten lassen nachdem Sie darüber im Team gesprochen haben. Nutzen Sie die Feedbacks um zu lernen und mehr über die Beweggründe zu erfahren.

Tipp: schreiben Sie diese 5 Punkte in Ihren Worten auf ein A3 Blatt, gemeinsam mit Ihren Lehrlingen und ergänzen Sie wo nötig und möglich, lassen Sie es unterschreiben und hängen es irgendwo als „Credo“ auf. Das ist somit Ihr erster, wenn auch Offline, Pinnwand-Eintrag.

3 Hinweise

Zum Ersten: Social Media erfordert kontinuierliches Engagement. Integrieren Sie darum Social Media in Ihren Betriebsalltag – aber ohne sich zu verbiegen. Sammeln Sie Ideen während der Kaffeepause oder einem monatlichen gemeinsamen Mittagessen, schreiben Sie Ideen vielleicht auf ein Plakat an der Wand, schaffen Sie sich eine Digitalkamera an um den Betrieb und Ihre MitarbeiterInnen zu fotografieren. Aber hier vorsicht: Pausen sind auch für die Erholung da und wenn jemand nicht fotografiert werden möchte, ist das ihr oder sein gutes Recht.

Zum Zweiten: Social Media ist nicht wie klassische Werbung, sondern ein Dialog. Hören Sie zu wenn Sie etwas veröffentlichen: wie sind die Reaktionen? Was gefällt und was wird geteilt? Stellen Sie Fragen, lassen Sie abstimmen und machen Sie Wettbewerbe auf Ihrer Fanseite um mit den Fans zu interagieren. Sie haben die einmalige Chance, wertvolle Informationen von Ihren Kundinnen und Kunden zu erhalten und erhöhen damit auch die Chance, dass diese Ihre Seite und damit Ihr Geschäft weiterempfehlen.

Zum Dritten: Lassen Sie sich Zeit. Es muss nicht alles von Anfang an perfekt oder durchstrukturiert sein. Ein paar Tipps, hübsche Fotos und engagierte Mitarbeiter reichen für den Anfang. Die Seite und auch die Fangemeinde wird wachsen, bleiben Sie dazu einfach am Ball und achten Sie (und Ihre Lehrlinge) auf die 5 oben genannten Punkte.

Bonustipp: Starten Sie doch nächste Woche und fragen Sie ihre Lehrlinge was Sie davon halten, eventuell werden Sie überrascht sein, welches Potential in ihnen steckt.

Anleitung: Erstellung einer Fanseite

Was es braucht ist ein privater Facebook Account (für den Ersteller und die zusätzlichen „Administratoren“. Nach dem einloggen ganz nach unten scrollen und auf der unteren Leiste neben “Über uns” und “Werbung” den Begriff “Seite erstellen” anklicken. Dann aus den verschiedenen Kategorien eine auszuwählen (z.B. lokales Unternehmen), die Details wie Firmenname etc einfügen, das Häkchen setzen, um mit den Richtlinien für Facebook-Seiten einverstanden zu sein und schon gelangt man auf die eigene Fanseite. Vor dem eigentlichen Verbreiten empfiehlt es sich einige Informationen zu ergänzen: z.B. ein Logo hochladen, Öffnungszeiten, einem kleinen „ueber uns“ Text und so weiter ergänzen. Ab 30 Fans kann man übrigens einen „Direktlink“ erstellen (www.facebook.com/username). Jetzt gehts los mit den Admins zuteilen: dazu müssen die Lehrlinge und Mitarbeiter erst „Fan werden“ von der Seite. Auf der linken Seite kann man dann auf „Personen denen das gefällt“ klicken und die entsprechenden Personen „zum Adminstrator ernennen“. Voilà.

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