Wenn Firmen mehr Geld als Staaten haben

Auch wenn die Zahlen nur schwer vergleichbar sind: Apple hat mehr Geld als der US-Staatshaushalt:  USD 76,16 Milliarden, das stand letzten Monat in der Presse

Ich wollte mehr wissen, also habe ich ein wenig rechechiert und zusammengetragen, was zum nachdenken anregen sollte: 2005, oder in Bezug auf das iPhone vor dem Jahr Null, hatte Apple „nur“ USD 9 Milliarden in der Kasse. Seitdem hat Apple dank iPhone 3 und 4, sowie dank dem iPad und anderen Innovationen kräfig zugelegt. Derzeit hat Apple mehr Spielraum als der US Staat und gleichzeitig könnte Apple damit Nokia ($22.6 Milliarden), RIM ($13.8 Milliarden), HTC ($25.4Milliarden) und Motorola ($4.2 Milliarden) kaufen, für „nur“ USD 66 Milliarden – Cash versteht sich. Damit ist Apple übrigens auch reicher als Libyen, Kenya und Luxemburg (Quelle IMF)

Das doppelte Problem für die USA dahinter: Apple produziert zu einem Grossteil im Ausland: „Assembled in China“ – zusammengesetzt in China steht in kleinen Lettern auf der hinteren Abdeckung. Dabei gehen die vollen Herstellungskosten von USD 179 in die Handelsbilanz der USA ein. Und zwar als Import aus China, der das viel diskutierte Handelsbilanzdefizit noch verschärft. In Summe vergrösserte das iPhone das US-Handelsbilanzdefizit um USD 1,9 Milliarden. Das entspricht 0,8% des gesamten Defizits.

Es geht noch weiter: Letzte Woche legte die Financial Times Deutschland noch einen drauf: Apple ist an der Börse so viel wert wie alle 32 grössten Banken der Euro-Zone zusammen. Der US-Technologiekonzern kostete am Freitag 19. August 2011 USD 340 Milliarden, das ergaben die Daten des Finanzdienstleisters Thomson Reuters. Der STOXX-Index für die Euro-Zone-Banken rutschte gleichzeitig vier Prozent ab, womit seine 32 Werte mit weniger als USD 340 Milliarden notiert wurden.

Übrigens, die Schweiz hat, gemessen am Bruttosozialprodukt (engl. GDP) an der Börse gelistete Unternehmen, welche 234.7% des GDP ausmachen – damit belegen wir den Bronzeplatz im Sinne von „too big to fail“, gleich nach (Quelle Weltbank.) Da wundert es einen nicht, dass Anleger den Firmen eher vertrauen als den Ländern – übrigens hier ist „history repeating“ angesagt, das war nämlich bereits letzten Winter der Fall wie „Die Welt“ damals berichtete.

Was denkt ihr? Folgen und Reaktionen?

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