Was steckt hinter der digitalen Transformation (2)

Digitale Transformation und die damit verbundene Vernetzung der Produktionsketten

Industrie 4.0: Unter diesem Schlagwort versteht man vereinfacht ausgedrückt die Vernetzung von Maschinen, Menschen, Anlagen, sowie Logistik und Produktion. Beispiele dafür sind folgende Unternehmen mit ihren jeweiligen Plattformen: General Electric (Predix), Relayr (Start-up), Siemens (Mindsphere) oder auch Thingworx. Zur gleichen Zeit arbeiten aber auch viele andere Unternehmen an ihren eigenen IoT Plattformen um eine drohenden Abhängigkeit von einigen wenigen Konzernen zu umgehen.

Ziel dieses Systems ist schlussendlich ein Datenaustausch über alle Stufen der Produktion.

Auch der Begriff des „digitalen Zwillings“ ist ein in diesen Zeiten häufig verwendeter und wichtiger Begriff. Er bezeichnet den detailgetreuen digitalen Nachbau einer Produktionsanlage mittels eines 3D-Models, welches alle Eigenschaften der realen Maschine simuliert. Sensoren sorgen dafür, dass ständig Daten zwischen dem realen und virtuellen Zwilling ausgetauscht werden.

Die Vorteile davon umfassen unter anderem das frühzeitige Erkennen von etwaigen Produktionsfehlern in der Simulation, höhere Produktvielfalt und Flexibilität oder auch die schnellere Inbetriebnahme von Produktionsanlagen.

Digitales Management

Flexibilisierung und schnelle Reaktionen auf dem Markt sind feste Bestandteile eines im digitalen Zeitalter erfolgreichen Unternehmens. Dies erfordert eine ganz bestimmte Eigenschaft: Agilität.

In der Forschung „Digital Leadership“ genannt, steht neben einer erhöhten Agilität auch ein starker Fokus auf den Kunden. Passend dazu ist der Begriff des „Design Thinking“, dessen Ziel es ist aus der Sicht des Anwenders mögliche neue Lösungsmöglichkeiten zu finden. Auch „Rapid Prototyping“ fällt einem bei diesem Thema ein:  Das rapide Erstellen und darauffolgende Verwerfen von Prototypen mit 3D-Druckern. Big Data hilft dabei gewonnene Erkenntnisse effizient zu verarbeiten und Produkte mit den Ergebnissen besser auf den Kundennutzen hin entwickeln zu können.

Auch das Konzept des Minimal-Viable-Products (MVP) ist passend zu diesem Thema ein wichtiger Begriff, der die frühzeitige Markteinführung eines Produkts beschreibt, welches anschließend durch Kundenfeedback ständig weiterentwickelt wird.

Diese Taktik kann unter anderem regelmäßig bei der bekannten Gamingplattform Steam beobachtet werden, wo viele Spiele von kleineren Unternehmen oder Start-Ups oftmals bereits in frühen Stadien der Produktion mit einem noch günstigeren Preis, welcher mit Fortschritt der Entwicklung ständig steigt, zum Verkauf angeboten werden und anschließend mithilfe von Kundenrückmeldungen und engem Kontakt mit der Community stetig zum Endprodukt weiterentwickelt werden.

Bei größeren Unternehmen sollte jedoch aufgrund von möglichen Rufschädigungen bei etwaiger Kundenunzufriedenheit eher auf Fokusgruppen gesetzt werden statt das MVP direkt auf den Markt zu bringen.

Auch das Gründen von Töchterfirmen mit eigenen Marken abseits der eigenen Konzernstrukturen ist eine Option um neue Konzepte mit geringerem Risiko schneller ausprobieren und auf den Markt bringen zu können.

Die Dynamik des exponentiellen Fortschritts

Viele Manager unterschätzen die rasante dynamische Entwicklung des technischen Fortschritts was oftmals zu bösen Überraschungen führen kann. Dies ist immer wieder dem sogenannten Tipping Point geschuldet, welcher den nach einer längeren langsam fortschreitenden Entwicklung aufkommenden Punkt beschreibt, an dem plötzlich alles ganz schnell geht. Matthias Müller (Volkswagen-Chef) bezeichnete selbstfahrende Autos 2015 beispielsweise noch als „Hype“.

Die ständige Weiterentwicklung technischer Errungenschaften steigt nicht linear, sondern exponentiell, weswegen Tempodifferenzen auch jederzeit auftreten können. Gerade deswegen ist es für jeden Manager und Unternehmer von äusserster Wichtigkeit stets aufmerksam auf die Digitalisierung zu blicken und bei Bedarf schnell und präzise zu reagieren um mit der Konkurrenz Schritt zu halten und jede Möglichkeit der Effizienzsteigerung des eigenen Unternehmens auch zu nutzen.

Die Dynamik von Netzwerken und Plattformen

Der sogenannte Netzwerkeffekt beschreibt das automatische Profitieren jedes Mitglieds von anderen Mitgliedern des Netzwerks wie beispielsweise auf Facebook, Whatsapp, Uber oder auch Amazon: Der für Kunden attraktive Marktplatz ist jener mit den meisten Anbietern – und im Gegensatz dazu für Anbieter natürlich die Plattform mit den meisten Nachfragen.

Digitale Plattformen wie eben erwähnte finden sich daher oft in der Gatekeeper-Funktion wieder, welche sie dazu ermächtigt die Regeln ihres jeweiligen Marktes selbst zu bestimmen.

Dies lässt sich auch in anderer Hinsicht bei Google beobachten: Die Suchmaschine mit den meisten Suchanfragen verfügt logischerweise über die meisten Daten und kann diese wiederum dazu verwenden bessere Suchergebnisse anzuzeigen. Dies führt zu noch mehr Nutzern und maximiert daher den Profit sowie den Erfolg weiterführend.

Treffend ausgedrückt wurde dieses Phänomen von der New York Times, welche schrieb: „KI ist eine Branche in der Stärke Stärke erzeugt.“

Daten sind Macht und je mehr man davon hat, desto mehr kann man verarbeiten und schließlich auch bessere Produkte herstellen und größere Talente anziehen welche durch Innovationen wiederum zu besseren Produkten und mehr Daten beitragen.

Die Macht von Plattformen wie Google, Facebook und Amazon und welche Auswirkungen diese auf ihr eigenes Unternehmen haben sollte jeder Unternehmer bedenken und etwaige Reaktionen darauf in Betracht ziehen um die eigene Unabhängigkeit so gut wie möglich zu bewahren und den eigenen Erfolg nicht vollständig von diesen oder anderen Plattformen abhängig zu machen.

Social Media

Ein Social Media Auftritt auf den erfolgreichsten und aktivsten Plattformen ist heutzutage für jedes ambitionierte Unternehmen beinahe unumgänglich und stellt einen wichtigen Bereich des Marketings dar. Besonders für Hersteller von Konsumenten-Produkten ist das dortige Kundenfeedback äusserst wertvoll und lässt sich anschließend dank der Digitalisierung auch mit Tools wie beispielsweise Hootsuite, Sprinklr oder auch der Marketing-Cloud von Salesforce analysieren.

Doch auch für Hersteller von B2B Produkten ist es ratsam auf Social Media Plattformen aktiv zu sein um Kunden, Geschäftspartnern und Bewerbern einen guten und modernen Eindruck zu vermitteln. Dies ist insbesonders im Rahmen der Digitalisierungswelle eminent.

Weitere Verhaltensregeln umfassen eine stets freundliche und lockere Kommunikation und das Vermeiden des kommentarlosen Löschens von negativen Beiträgen da dies schneller als man glaubt zu einem gewaltigen Shitstorm führen kann.

Prinzipiell bleibt zu sagen: Ein bedachter Umgang mit Social-Media-Kanälen ist sehr wichtig. Besonders im Hinblick darauf, dass jegliche Posts in erster Linie dem Rezipienten und nicht der Botschaft, welche das Unternehmen gerne über sich verbreitet sähe, nutzen.

Digitale Plattformen als Absatzkanal

Durch die rasante digitale Entwicklung entstehen ständig neue Möglichkeiten und Chancen: So zum Beispiel Absatzmärkte wie beispielsweise China wo für den B2B-Handel Alibaba und für den B2C-Handel Wechat die wichtigsten Plattformen darstellen.

Doch auch außerhalb Chinas existieren B2B-Plattformen wie beispielsweise Mercateo, Amazon Business oder auch Fachportale wie Toolineo (Professionelle Handwerker) auf denen je nach Unternehmen neue Kundengruppen erschlossen werden können.

Beim Wunsch der Internationalisierung eines Unternehmens kann es ratsam sein ein erfolgreiches Beratungsunternehmen zu beauftragen um die richtigen Entscheidungen zu treffen.

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