Wie sieht die Arbeitswelt der Zukunft aus?

Diese äusserst interessante Frage versucht das Beratungsunternehmen Pricewaterhouse-Coopers mit einer erst kürzlich erschienen weltweit angelegten Studie nach bester Möglichkeit zu beantworten. Bei dieser Studie wurde die generelle Befindlichkeit von Arbeitnehmern untersucht und zugleich werden 4 mögliche Zukunftsszenarien für die postmoderne Arbeitswelt vorgestellt.

Der zunehmende demografische Wandel und die stets fortschreitende Technologisierung bewirken grundlegende Veränderungen für die Arbeitswelt der Zukunft und stellt Arbeitnehmer vor grosse Herausforderungen. Doch überraschenderweise kam die Studie zu dem Ergebnis, dass überwältigende 74 Prozent der Befragten Arbeitnehmer weltweit bereit sind sich in einer rapide verändernden Arbeitswelt die dafür nötigen Fähigkeiten aneignen bzw. sich sogar bei Notwendigkeit dem Opportunismus hingeben zu wollen und beispielsweise auch vollständige Umschulungen in Betracht ziehen würden. Zudem kamen die Forscher zu dem Ergebnis, dass der überwiegende Teil der an der Studie teilnehmenden Arbeitnehmer die Meinung vertritt selbst für ihre Fortbildung verantwortlich zu sein und diese Verantwortung nicht auf den jeweiligen Arbeitgeber überträgt.

Dies sind wesentliche Ergebnisse der von Pricewaterhouse-Coopers durchgeführten Studie „Workforce of the future: the competing forces shaping 2030” bei der laut eigenen Angabe weltweit rund 10.000 Arbeitnehmer zu verschiedensten Themen in Bezug auf die mögliche Situation der Arbeitswelt im Jahr 2030 befragt wurden. Dieses Resultat bestätige laut den Autoren der Studie die Tendenz zum kontinuierlichen berufsbegleitenden Lernen seitens der Arbeitnehmer mit dem Ziel in einer Welt der fortschreitenden Technologisierung Schritt halten zu können und am Arbeitsmarkt wettbewerbsfähig zu bleiben.

Im Detail wurden seitens der Studienautoren mögliche Szenarien für das Jahr 2030 analysiert, um zu ermitteln, wie konkurrierende Kräfte, einschliesslich der Automatisierung, die Arbeitskraft der Zukunft formen. Hierbei ist zu beobachten, dass 65 Prozent der Befragten der Meinung sind, dass Technologie generell ihre Karrierechancen verbessert wobei jedoch auch interessant ist, dass Arbeitnehmer aus den USA und Indien diesbezüglicher zuversichtlicher sind als jene in Europa. Dennoch sind beinahe 3/4 der Studienteilnehmer der Meinung, dass Technologie nie in der Lage sein wird die menschliche Intelligenz vollends zu ersetzen.

Weiters sei zu erwähnen, dass 37 Prozent der Teilnehmer der Digitalisierung eine gewisse Skepsis entgegenbringen und Befürchtungen haben, dass ihr Arbeitsplatz durch die zukünftige Automatisierung gefährdet ist. Dieser Wert war 2014 noch bei 33 Prozent.

Daher ist es nicht überraschend dass 56 Prozent der Befragten der Meinung sind, dass die jeweiligen Regierungen entsprechende Massnahmen ergreifen sollen um Arbeitsplätze vor der drohenden Automatisierung zu schützen.

„Angst bremst die Zuversicht und die Bereitschaft zur Innovation. Arbeitgeber müssen ihre Mitarbeiter in die Technologiedebatte einbeziehen. Nur so können diese verstehen, welche Auswirkungen die Technologie auf ihre Arbeitsplätze in der Zukunft haben kann, sich darauf vorbereiten und sich bei Bedarf fortbilden. Unternehmen dürfen diese bevorstehenden Änderungen nicht unterschätzen“, sagt Bianca Flaschner, Leader Human Ressource Management People and Organisation bei PwC Österreich.

Zudem präsentiert die Studie auch Konzepte für 4 potentielle Arbeitswelten des Jahres 2030. Damit sollen die möglichen Resultate veranschaulicht werden, die sich innerhalb der kommenden 10 Jahre „aufgrund der Auswirkungen von Megatrends, künstlicher Intelligenz, Automatisierung und maschinellem Lernen entwickeln können“. Hierbei werde prognostiziert wie sich Arbeitnehmer in den jeweiligen Teilbereichen assimilieren, aber auch in welchem Ausmass die Technologie jede dieser Welten beeinflussen wird.

Folgende Welten wurden im Rahmen der Studie vorgestellt:

Gelbe Welt: Fokus auf Menschen und Menschlichkeit. Community Businesses florieren und Crowdfunding hilft ethisch einwandfreie Märkte zu schaffen. Im Mittelpunkt steht auch die Suche des Menschen nach Bedeutung. Die Rede ist von einer grossen Loyalität von Arbeitenden zu Menschen mit denselben Fähigkeiten und auch grundsätzlich sei diese „Welt“ die perfekte Basis zur Ausbildung neuer Arbeitergilden mit dem Vorbild des Mittelalters. Dies würde den Arbeitern, statt der Arbeitgeber, Berufstraining und andere Vorteile bieten.

Rote Welt: Ähnlichkeit mit der heutigen Arbeitswelt. Durch eine weniger soziale Ausrichtung „werde der perfekte Inkubator für Innovation geschaffen“. Neue Produkte und Geschäftsmodelle werden ungebremst von Regulierungswächtern mit rasanter Geschwindigkeit produziert was für die arbeitende Bevölkerung jedoch bedeutet, dass Spezialisierung äusserst wichtig erscheint und berufliche Laufbahnen auf spezielle Fertigkeiten, Erfahrungen und Netzwerke gebaut sind.

Organisationen mit keinen oder wenigen Arbeitern sind die Norm und stattdessen werde Technologie zur Wertschöpfung verwendet. Von Arbeitern werde hohe Spezialisierung, Reisebereitschaft und Beschäftigung auf Projektbasis erwartet.

Blaue Welt: Unternehmen verwenden ihre Grösse und ihren Einfluss zur Anhäufung von Macht und instrumentalisieren diese auch um sich beispielsweise vor etwaiger Konkurrenz zu schützen. Die Möglichkeit besteht, dass Unternehmen mächtig genug werden um die Grösse und den Einfluss ganzer Nationen zu übertreffen. Der Leistungsdruck für Arbeitende ist allgegenwärtig und „unerbittlich“. Der Wert eines Menschen werde darüber bestimmt wie wertvoll seine Fähigkeiten für die Wirtschaft sind. Diese werden jedoch bei entsprechenden Fähigkeiten auch dementsprechend entlohnt.

Ein Lichtblick: In dieser Welt würden auch Institutionen wie zb. Kindererziehung, Altenpflege oder auch das Gesundheitssystem dem Zuständigkeitsbereich der mächtigen Corporates untergeordnet sein. Laut Studie müssten arbeitende Personen dafür mit dem Preis der persönlichen Freiheit bezahlen: Unternehmen würden auf „obsessive Weise“ messen, zu welchem Zeitpunkt sich deren Mitarbeiter wo aufhalten und darüber hinaus werden Daten zu individueller Leistung und Gesundheit gespeichert.

Grüne Welt: „Corporate Responsibility“ ist ein Grundwert des Geschäftsmodells und Unternehmen verstehen sich als offene, kollaborative Organisationen die sich selbst in die Verantwortung nehmen Mitarbeiter und die Entwicklung lokaler Communities zu unterstützen. Vertrauen sei in dieser Welt die „grundlegende Währung“ im Geschäftsleben. Davon profitieren vor allem Angestellte die dadurch ihr Privatleben familienfreundlich gestalten können und dazu eingeladen werden an sozialen Projekten teilzunehmen. Durch die enge Verbundenheit mit dem Unternehmen und das Vertrauen in gerechte Bezahlung vertreten und leben Mitarbeiter auch die Werte des Unternehmens. Wesentlich in der „grünen Welt“ sei zudem auch ethisch und moralisch einwandfreies Verhalten.

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