Digitales Onboarding für KMU: mit kleinen Schritten starten statt auf den grossen Wurf warten

Die Digitalisierungstrends, welche derzeit anstehen bieten für Unternehmerinnen und Unternehmer ein grosses Potenzial an Chancen – wenn diese wissen, wie sie den Wandel konkret angehen können. Denn gleichzeitig steigen durch die zunehmende Automatisierung und Digitalisierung sämtlicher Dienstleistungs- und Produktionsbereiche die entsprechenden Herausforderungen, vor allem für kleine und mittlere Unternehmen (kurz KMU) allen voran im mittleren Management. Dabei denken viele Unternehmerinnen und Unternehmer, die wichtigsten Ziele eines digitalen Onboardings sei einerseits der Zugang (und Bindung) von Kunden sowie auch die Reduk­tion von Kosten beziehungsweise die bessere Transparenz, wofür und mit welchem Erfolg Geld verwendet wird. Wenige verstehen dabei, dass auch kontinuierlicher Kundendialog per Social Media und E-Mail essentiell ist. Die Unternehmen scheitern dabei aber nicht an der Theorie und dem Wissen. So findet eine Mehrheit der KMU, dass die Digitalisierung ihrer Geschäfte essentiell ist, sie wissen aber nicht, wie sie das Thema konkret angehen und umsetzen sollen.

 

Eine mögliche Anleitung dazu, lässt sich aber in 5 einfache Schritte unterteilen:

  1. Status Check: Wie digital ist mein Unternehmen derzeit?
  2. Vision: Was soll sich wie ändern? Kundenfokus im Mittelpunkt.
  3. Umsetzung: Wie geh ich es konkret an? Themen Schwerpunkte dabei sind:
    • 
E-Commerce und M-Commerce: wie erreiche ich den Kunden von morgen
    • Social Media und E-Mail: wie finde und binde ich Kunden und baue an meiner Marke
    • 
Geschäftsmodelle & Prozesse: wie erkenne ich neue Potentiale und optimiere ich Kosten
    • Cloud und Data: welche Dienste kann ich in der Cloud (SAAS) nutzen und was heisst das für die Prozesse?
    • IT-Sicherheit: Wo ergeben sich welche Sicherheitslücken und Handlungsbedarf zB durch Cloud Dienste, Remote Working oder BYOD (Bring your own device)
  4. Personal: Digitale Kompetenzen erweitern für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
  5. Kontinuität: wie können Mitarbeitende geschult werden und kann das Unternehmen am Ball bleiben

Die einzelnen Phasen erklärt

Gerade neue Technologien treiben Unternehmerinnen und Unternehmer an, bestehende Dienstleistungen, Produkte und damit bestehende Angebote zu hinterfragen, um die bestehende Wertschöpfungskette zu verbessern, zu digitalisieren und dabei neue Services zu erbringen. Es können dazu neue Hilfsmittel und Kanäle genutzt sowie Kooperationen eingegangen werden, um innovative Geschäfts- und Ertragsmodelle zu entwickeln für Kundinnen und Kunden, die bereits in dieser digitalen Welt unterwegs sind. Dabei wird ein Veränderungsprozess ausgelöst, welcher zu einer Anpassung der Führungsgrundsätze und Personalgrundsätze im Unternehmen führen kann: Wie wollen wir dem Wandel begegnen? Wer muss was wissen? Wie schulen wir? Wie bleiben wir am Ball? Wissen die Mitarbeitenden genug? Oder sogar mehr als das Management? Der Weg zur Umsetzung wirkt am Anfang sehr überwältigend das ist er aber nur bedingt, denn wer einmal anfängt, sieht plötzlich den Weg und das Ziel.

Vom Status Quo zur Vision

In einem Status check wird erstmal überprüft: Wie Digital ist mein Unternehmen überhaupt? Wie kann ich vergleichen? Gibt es Branchenvergleiche oder Studien? Kann ich beim Mitbewerber etwas abschauen oder will ich selbst eine Analyse versuchen? Was hier hilft sind Einsichten und Feedbacks von Dritten. Das können Unternehmerinnen und Unternehmer sein, welche selbst den Wandel schon vollzogen haben und diesen auch leben, oder es sind Expertinnen und Experten, welche in zahlreiche Unternehmen Einblicke erhalten und darum einen entsprechenden Weitblick haben, was Stand der Dinge, von Technik und Prozessen, sowie verwendeten Instrumenten im Geschäftsalltag sind. Wichtig dabei sind auch Einblicke und eine Situationsanalyse Seitens des Managements was Wissen, Kreativität und Innovation angeht: gerade der digitale und mobile Arbeitsplatz sowie neue Organisationsformen, um Wissen zu teilen und Teams zu führen sind zu analysieren und gegebenenfalls dann später zu motivieren und zu schulen.

Ist die Analyse vollzogen, geht es darum, eine Vision zu entwickeln. Grundsätzlich sollen dabei Menschen, Technik (Geräte, Werkzeuge ob Produktion oder Büro) einbezogen werden. Prozesse sollen standardisierter, schneller und effizienter und allenfalls online gestaltet werden. Durch eine Digitalisierung der Prozesse können Teilaufgaben gegebenenfalls vernetzt werden, um so unter anderem das mehr Geschwindigkeit zu erhalten oder Abläufe zu beschleunigen. Das kann eine Messenger Software sein, eine Online Auftragsabwicklung und Offertwesen, aber auch gemeinsame Wikis, welche das Wissen sammeln und teilen. Ein Wiki (abgeleitet von Wikipedia) kann intern aufgebaut und genutzt werden. Gerade im Bereich der Wissensarbeiter kann hier durch das Teilen von Wissen die Produktivität und Innovationsfähigkeit gesteigert und gleichzeitig die Transparenz erhöht werden.

Die Umsetzung

Bei der Umsetzung herrschen oft zwei Gefühle gleichzeitig: Unwissenheit, ob man das richtige tut und die Angst, gleichzeitig etwas so falsch zu machen, dass es sich nicht mehr reparieren lässt. Hier hilft ein Prozess, welcher die wichtigsten Schritte und die Hintergründe dazu skizziert und jemand, der die Umsetzung begleitet und aufzeigt, was gemacht werden kann und gleichzeitig die Angst nimmt, falsches aufzugleisen. Wichtig ist hier: kleine Schritte sofort umsetzen um Ergebnisse zu sehen.

Betrachten wir einmal die 4 Unterbereiche etwas detaillierter. Was verstehen wir darunter? Haben wir bereits einen (Online) Commerce Kanal? E-Commerce über eine Website oder sogar das Potential für M-Commerce (Mobile). Die grosse Frage bei E-Commerce und M-Commerce ist: wie erreiche ich den Kunden von morgen. Gleichzeitig müssen sich Unternehmen darüber Gedanken machen, wie finde und binde ich Kunden und baue an meiner Marke? Dabei helfen Social Media und E-Mail. Gerade Social Media bietet ein tolles Instrument, welches langfristig eingesetzt und sich nicht nur auf Marketing beschränkt, für Unternehmen in den Bereichen PR und Personal (Rekrutierung) aber auch Content Marketing (wofür stehen wir, was können wir) gewinnbringend umgesetzt werden kann. 
Die Frage, welche sich dann unweigerlich stellt ist: wie sieht unser Geschäftsmodelle und die darunter liegenden Prozesse aus? wie erkenne ich neue Potentiale und optimiere ich Kosten? Kann ich allenfalls mit dem Kunden innovieren? Was brauche ich? Wenn ich als Unternehmerin und Unternehmer besser verstehe, wie ich Probleme meiner Kunden lösen kann, innoviere ich automatisch und kann dabei Wertschöpfungen mit Kunden generieren. Dabei helfen den KMU Dienste in der Cloud: welche Dienste kann ich in der Cloud (SAAS) nutzen und was heisst das für die Prozesse? Kann ich gewisse Dinge auslagern? Kosteneffizienter gestalten? Welche Vorteile bieten Online Office Lösungen und Messenger Dienste, Buchhaltungssysteme oder ganze CRM/ERP Lösungen, welche nicht in der Firma betreut
 werden müssen? Aber unweigerlich, was heisst das für die IT-Sicherheit? Was muss die Firma und die Mitarbeitenden wissen? Im Kern stehen integrierte und vernetzte Lösungen auf der Prioritätenliste der Unternehmen.

Im Mittelpunkt: der Mensch

Verkauf passiert nicht mehr am Telefon, und auch die Zeit der Marketing Emails ist lang vorbei. Fast 700 Millionen Nutzer haben Ad-Blocker installiert, und sehen somit online Werbung gar nicht erst. Wer heute Kunden erreichen will muss sozial denken und langfristig handeln: Social Selling ist das neue Stichwort. Die Verbindung von Social Media, Content und Beziehungspflege. Darum sollte man vielleicht eher von Social Networking als von Social Media sprechen. Social Selling wird von Online Marketeers bereits seit Jahren erfolgreich betrieben, und kommt nun immer stärker auch im B2B zum Tragen und im Mittelpunkt steht der Mitarbeitende mit seinen Social Networking Profilen und Fähigkeiten, welche geschult und betreut werden müssen.

Denn bei aller Euphorie: Es sollte kaum Mitarbeiter geben, denen es nicht bewusst ist, dass die online Welt zahlreiche Sicherheitsprobleme mit sich bringt. Wenn Daten nicht aktiv geschützt werden, können auch Probleme entstehen: Datenverlust, Datenschutzgesetz und Verwendung von Kunden- sowie Analysedaten für künftige Entscheidungen. Wer darf was und warum? Je nachdem wie sensibel die Daten sind, müssen Vorkehrungen getroffen angefangen bei der eigenen internen Kommunikation und der Übertraung der Kundendaten.

Um zu erkennen, wo noch Bedarf zur Verbesserung besteht können in Roundtables Fragen gestellt werden, man arbeitet mit Mentoringruppen. Hier begleiten digital kompetente Mitarbeitende ihre Kollegen, um Wissenslücken zu füllen und Barrieren abzubauen. Es lohnt sich, hier in Mitarbeitende zu investieren, da viele Probleme im Verbund schneller und günstiger gelöst werden können. Mit der Aufbereitung von Wissen, wie oben genannt mit Wikis und der Kombination von echten Begegnungen und Austausch können von Administration bis Produktionsabläufen gemeinsam Verbesserungen vorgenommen werden, die Abläufe können besser laufen und die Kommunikation zwischen den einzelnen Teams kann die Arbeit des gesamten Unternehmens erleichtern, was sich langfristig auch auf die Erfolgsrechnung niederschlägt.

Kontinuität sicher stellen

Digitale Kompetenz erstreckt sich in alle Bereiche eines modernen und gut geführten Unternehmens. Sei es die Produktentwicklung und das Design, bis hin zur Kundenverwaltung oder dem Kundendienst. Jeglicher Aspekt kann digital in Angriff genommen werden und sollte durch Computerkenntnisse bereichert werden. Mitarbeiter verstehen im Allgemeinen sehr gut, dass in der heutigen Welt nur derjenige gewinnt, der sich auch aktiv in diesem Bereich fortbildet. Daher sollte es für das Management kein Problem darstellen, die Mitarbeiter zur Fortbildung zu motivieren.

Es sind oft nur wenige Mitarbeiter, die eine vollkommene digitale Problemlösung anstreben, und je nach dem Bereich in dem das Unternehmen tätig ist, ist dies auch nicht nötig. Hier sollten Interessen gefördert werden und Kompetenzen, die Mitarbeiter aus dem Privatleben haben mit in die Arbeitswelt integriert werden. Dennoch kann in vielen Bereichen eine digitale Herangehensweise an allgemeine Prozesse die Arbeit erleichtern und die Produktion beschleunigen.

Schlussfolgerung

Immer weniger haben Unternehmerinnen und Unternehmer die nötige Zeit, um digitale Projekte zu starten und zu implementieren. Dabei fehlt es den Mitarbeitenden aber auch dem Management an grundsätzlichem Know-how zur Umsetzung. Die Frage was kommt zuerst und wie sage ich es meinen Kolleginnen und Kollegen stehen hier im Vordergrund. KMU, welcher einem Digitalen Onboarding noch zögerlich gegenüberstehen, sehen dabei oft eher Risiken als Chancen und wissen nicht wo anfangen. Ein einfaches Modell, begleitet mit konkreter Umsetzung vor Ort und unterstützt durch Sparring Partner kann einem Unternehmen rasch aufzeigen, was wie gemacht wird, und wie tief die eigentlichen Hürden doch sind.

Ich freue mich immer über einen Kommentar, einen Austausch oder eine Vernetzung – unter folgendem Link gibt es mehr über mich: LinkTree.

 

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Buchtipps für Unternehmer: Top 10

Ich werde oft gefragt, welche Inspirationen, an Büchern, Podcasts und Audiobooks ich guten Gewissens empfehlen kann. Nachfolgende Liste gibt einen Überblick von meinen Top 10 Buchtipps für Unternehmer und die entsprechenden Links dazu.

Essentialism – Das ist die Kernbotschaft des Bestsellers Essentialism. The Disciplined Pursuit of Less von Greg McKeown. McKeown beschreibt einer Zeit, wenn : » Alles ist möglich« und man versucht, alles zu tun.

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The One ThingThe Surprisingly Simple Truth Behind Extraordinary Results ist die Nummer 1 der US Bestseller. In diesem Buch geht es darum, wie man durch die Bündelung seiner Energien auf ein Ziel, Grosses erreichen kann.

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Anything You Want40 Lessons for a New Kind of Entrepreneur ist das neue Buch von Derek Sivers. Sie brauchen nicht einen visionären Masterplan, Lasten der Finanzierung oder ein brillantes Team um ein Unternehmen zu gründen. Alles, was Sie wirklich brauchen, ist Grosszügigkeit. Dieses Buch hilft Ihnen, mit Ihrem eigenen Business zu beginnen.

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The Personal MBA – Eine Weltklasse, Business-Bildung in einem einzigen Band; Viel billiger als Harvard. Überarbeitete und aktualisierte Auflage.

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Founders at Work ist eine Sammlung von Interviews mit den Gründern berühmter Technologie- und Internet-Firmen. Es bietet einen Einblick in die Gründerszene der USA, beginnend in den 60er Jahren.

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Sapiens a brief history of mankind – Eine kurze Geschichte der Menschheit ist das neue Buch von Yuval Harari.  Er erklärt auf leicht verständliche Weise, warum wir als Homo Sapiens da sind, wo wir sind, warum Weltreiche und Imperien entstanden sind und welche wichtige Rolle Religionen und Ideologien in dieser Entwicklung spielen.

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Happy Money – Geld macht nicht glücklich. Wir alle ahnen aber: Es gibt einen Zusammenhang zwischen Geld und Glück. Doch wie sieht er aus? Die Frage lautet also: Was muss ich mit meinem Geld anstellen, um glücklich zu werden? Dieser Frage haben sich die beiden US-Wissenschaftler Michael Norton und Elizabeth Dunn angenommen und 5 einleuchtende Antworten gefunden.

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The Power of No – Wie oft haben Sie sich schon gehört „Ja“ auf die falschen Dinge zu sagen,- überwältigende Anfragen, schlechte Beziehungen, zeitraubende Verpflichtungen? „Nein“ kann Ihnen nicht nur Zeit und Mühe sparen, es kann auch Ihr Leben retten.

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The 22 immutable laws of Marketing – Al Ries und Jack Trout sind zwei der erfolgreichsten Marketingstrategen der Welt. Sie haben mehr als 40 Jahre Marketing-Expertise, um die endgültigen Regeln zu identifizieren, welche die Welt des Marketings beherrschen. Lesen Sie das Buch und erfahren Sie mehr über die unveränderlichen Gesetze des Marketings.

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Smartcuts – In SMARTCUTS nimmt der New Yorker Journalist Shane Snow das unkonventionelle Verhalten diverser Overachiever der Geschichte unter die Lupe: Unternehmen und Menschen, die in unwahrscheinlich kurzer Zeit unglaubliche Dinge zuwege bringen. Und er zeigt, wie jeder von uns mit »Smartcuts« seine Gewohnheiten überdenken und seinen Erfolg beschleunigen kann.

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Was sind Eure Buchtipps? Welche Bücher haben Euch warum inspiriert?

Die vierte industrielle Revolution: Strategien für Jungunternehmer

Industrie 4.0, Internet of Things, Cloud und Blockchain in der Schweiz – diese Begriffe sind momentan in aller Munde. Meist fehlt jedoch noch ein einheitliches Verständnis darüber, was sie bedeuten, wie sie in der Industrie umzusetzen sind und vor allem, welchen Nutzen die Anwender davon haben. Was fehlt, sind konkrete Wissensblöcke und Anweisungen. Wir versuchen hier Abhilfe zu schaffen.

Für die einen ist es eine Revolution, für die anderen eine logische Konsequenz der Digitalisierung und Vernetzung durch das Internet. Ende des 18. Jahrhunderts machten Wasserkraft und Dampfmaschine eine mechanische Produktion möglich. Dann folgte im 19. Jahrhundert die Elektrizität und mit dem Fliessband die Massenproduktion. Mitte der 1970er-Jahre begann die Automatisierung, als Computer und Industrieroboter Einzug in die Fabriken hielten. Und die vierte industrielle Revolution startete Ende der 90er-Jahre mit dem Durchbruch des Internets.

Industrie 4.0 steht für eine vollständig digitalisierte Wertschöpfungskette einer Firma. Geräte, Maschinen und Materialien kommunizieren miteinander und ermöglichen so einen reibungslosen Ablauf, und das auf intelligente Weise: lernfähig und ohne Einflussnahme des Menschen.

Die Einführung von Internetfunktionen in die Produktion, ermöglichte völlig neue Dimensionen: Physische und virtuelle Systeme konnten miteinander verbunden werden. Vernetzte Systeme lassen bereits heute Maschinen miteinander kommunizieren, und selbstlernende Software optimiert komplexe Abläufe. Es ist also weniger ein Modebegriff als schon vielerorts Realität.

Chancen und Möglichkeiten für Startups

Was ist nun diese gegenwärtige industrielle Revolution? Unterschieden werden die dritte und vierte industrielle Revolutionen vor allem mit dem Umstand, dass künstliche Intelligenz zu den industriellen Prozessen hinzugeführt wird. Wie der Lagerroboter, der “merkt”, dass ein Lager leer wird und den schnellsten Weg zur Auffüllung findet. Oder der Spritzroboter welcher eigenständig feststellt, dass seine Farbe falsch gewählt wurde und sich im Prozess um die Umfärbung kümmert. Oder das fast tollste, weil mit knapp CHF 1’000, erschwinglichste Beispiel: der selbstlernende, selbstfahrende Wagen. Bemerkenswert ist hier vor allem das Element „selbstlernend“. Der Erfinder ging nämlich mit dem Ansatz heran, nicht alle Parameter vollständig zu definieren und zu programmieren. Er baute einen Modus ein, welcher dem Auto ermöglicht, in zehn Fahrstunden das Autofahren zu lernen. Das heisst, kein „perfektes“, sondern ein „menschliches“ Fahren eines Autos. Der Bericht von Bloomberg ist mit einem spannenden Videoeinblick versehen. Auch Tesla lässt nicht auf sich warten, was unter der Replik von Elon Musk beschrieben wird.

Neue Dienste und Geschäftsmodelle 

Die Wertschöpfungskette einer Internet-of-Things (IoT) Lösung besteht aus fünf Elementen:

  1. Dem physischen Produkt
  2. Sensoren
  3. Connectivity-Technologien
  4. einem Cloud-Backend für Analytics
  5. dem digitalen Service

Der Mehrwert für den Kunden wird durch die intelligente Aggregation der Daten erzeugt. Zum Beispiel kann durch die Analyse von Beleuchtungsdaten im Haushalt eine Glühbirne über eine App als Alarmanlage dienen. Um eine werthaltige IoT-Lösung zu entwickeln, müssen alle Ebenen betrachtet werden.

Die Chancen für KMU und Grossunternehmen welche mit Industrie 4.0 in der Schweiz einhergehen, kann man also wie folgt zusammenfassen:

  1. Wirtschaftliche und flexible Produktion (Adaption)
  2. Steigerung der Maschinenverfügbarkeit (Produktionsmaximierung)
  3. Steigerung der Ressourceneffizienz (Ressourcen sparen)
  4. Effizientere Steuerung von Abläufen (Prozessoptimierung)
  5. Adaptivere Inbetriebnahme von Maschinen und Anlagen (Flexibilität)
  6. Integration von Partnern (Vertikalisierung)
  7. Fehlerursachenanalysen und automatische Korrekturen (Optimierung)
  8. Vernetzung und kontinuierliches Lernen und verbessern (Intelligenz)
  9. Schaffen von neuen Geschäftsmodellen

Auf Schwierigkeiten stossen viele Unternehmen bei der Neugestaltung der Prozesse, weil neue Abläufe häufig Abteilungs- und Unternehmensgrenzen überschreiten und unterschiedliche Datenquellen anzapfen. Noch schwieriger wird es, wenn unterschiedliche Branchen sich auf Schnittstellen für den Informationsaustausch einigen müssen. Wie Aufwendig ein solcher Unterfang werden kann, zeigen gerade die Energieversorgungs- und Automobilindustrie. Bislang ist es ihnen nicht gelungen, die Elektromobilität und die erneuerbare und dezentrale Energiegewinnung langfristig und effizient zusammenzuführen.

Wir helfen gerne weiter: mit einer Analyse und einem ganztätigen Workshop. Fragen Sie uns zum Thema Industrie 4.0 für KMU

10 Venture Capital Trends

Falls Sie zur Zeit auf Kapitalsuche für Ihr Start-Up sind oder mit dem Gedanken spielen selbst zu investieren, ist dieser Beitrag genau das Richtige für Sie. Das sind die Trends im Venture Capital für das Jahr 2016:

1. Mehr Corporate Deals

Viele Konzerne entscheiden sich vermehrt in Kleinunternehmen zu investieren um Innovation im eigenen Betrieb zu fördern (Aktuell in der Schweiz sind das die SBB, die UBS, die Post, Ringier und die Swisscom). Denn für Firmen kann dies viel mehr als nur finanziellem Gewinn bedeuten. Beispiele dafür sind stärkere Lieferantenbeziehungen, Kontrollmöglichkeit der Industrie (putting control levers in their industry)Produktprüfungen, Reduktion von Risiken und ökonomischere Beschaffungen.

2015 waren Venture Capital Unternehmen in einem von fünf Deals in den Vereinigten Staaten und Europa, und in einem von drei Deals in Asien beteiligt. Startup-Unternehmer ziehen vermehrt Corporate Investoren in Erwägung, was den Wettbewerb für die konventionellen VC-Firmen erhöht.

2. Mehr Inkubatoren und Accelerators

Fast wöchentlich erscheint ein neuer Inkubator oder Accelerator, welcher die Entwicklungsphase von Start-Ups unterstützt. Laut einer MIT Studie fliessen Frühfinanzierungen noch schneller. Indirekt ist ihnen auch der ökonomische Wachstum ihrer Regionen zu verdanken.

3. Early Stage Wettbewerb für VC steigt

Der Wettbewerb um die Startkapitalbeteiligung von Unternehmungen verstärkt sich. Denn durch Accelerator-Netzwerke und Co-Working Arbeitsplätze, sowie durch Crowdfunding Plattformen sind die Neuunternehmen bereits früh der Öffentlichkeit ausgesetzt. Und wegen den in die Höhe schiessenden Bewertungen im Silicon Valley eröffnet sich der Horizont von Investoren auf Internationale Ebene.
Für zahlreiche bekannte Investoren wie Andreessen Horowitz und Google Ventures lohnen sich Anfangsphasen-Investitionen nicht mehr. Deswegen wird ihr Fokus vermehrt auf Spätphasen-Projekte gerichtet. Laut dem Cambridge Associates Report, stammt aber der grösste Teil der Investmentgewinne seit 1995 aus Early-Stage Investitionen. Aus diesem Grund wird es für kleine und unbekannte Venture-Unternehmen umso wichtiger, Differenzierungsstrategien auszuarbeiten und sich einen Namen zu machen, um Early-Stage Startups für sich zu gewinnen.

4. Die Zahl der Kapitalanlagen steigt

Wie in der Grafik ersichtlich ist, steigen die Kapitalanlagen stetig. Für das Jahr 2016 ist weiterer Anstieg prognostiziert.

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5. Fortlaufendes Lernen wird für Investoren wichtig

Venture ist ein sehr lukratives Geschäft für Investoren. Und dennoch ist die Mehrheit nicht ausreichend über die Anlageklassen (asset class) informiert, weshalb diesbezüglich noch Skepsis herrscht.

Die Tage des blinden Investierens in die Top Zehn Startups sind gezählt. 2016 werden Family Offices und Vermögensverwalter sich bemühen, die wechselnden Kapitalströmungen zu erkennen und ihre Klienten bestmöglich zu beraten. Künftig werden sie sich auf die regionale und lokale Wirtschaft konzentrieren, um für Investoren die optimale Lösung zu finden.

6. Kleinere Fonds erhalten grössere Wertschätzung

Rekordverdächtige Unternehmungsbewertungen und die wachsende Konzernpräsenz in den grössten Investmentdeals beeinträchtigen die Chancen auf einen grossen Ertrag. Damit öffnen sich aber Türen auf kleinerer Ebene, was sich im 2016 im Venture Capital auszeichnen wird. Vor dem Jahr 2000 waren es die Top 10 Kapitalinvestoren, welche 90% der Industrieleistungen erbrachten. Laut eines Cambridge Associates Reports ist diese Annahme bei den Studienteilnehmenden noch aktuell. Der heutige Markt ist jedoch komplexer, sodass gewandtere und kleinere Fonds das Rennen führen. Handeln Investoren entsprechend, könnten attraktive Geschäftsmöglichkeiten entstehen.

7. Diversität in Investment Teams ist erwünscht

Die soziale Vielfalt soll konstruktiv genutzt werden, denn Studien besagen, dass vielfältige Investment-Teams bessere Erträge erzielen. Nebst dem Geschlecht sind die Dimensionen wie ethnische Gruppe, Nationalität, sexuelle Identität und Werdegang für die Zusammensetzung von erfolgreichen Teams sehr wichtig.

8. Wachsender Frauenanteil in der Geschäftsleitung wird vermehrt mit Top-Leistung assoziiert

Letztes Jahr veröffentliche die Investitionsfirma First Round eine Studie über ihre Zehnjährige Tätigkeit in der Industrie. Eine der wichtigsten Erkenntnisse ist, dass weibliche Unternehmensgründerinnen ihre männlichen Kollegen übertreffen. Startups mit mindestens einer Frau in der Geschäftsleitung erbrachten 63% bessere Leistungen als reine Männer Teams. Weitere interessante Fakten bezüglich Frauen und Entrepreneurship: Jedes fünfte Startup hat mindestens eine weibliche Gründerin. Unter den erfolgreichsten Unternehmen starten Männer mir sechs mal mehr Kapital als Frauen. Frauen erschaffen Arbeitsplätze, wohingegen Männer diese reduzieren.

9. Gründungs- und Anlaufphasen-Finanzierungen sind ein lukratives Geschäft

Ob Crowdfunding Plattform, Businessangel oder Frühphasen VC, heute existieren zahlreiche Möglichkeiten zur Start-Finanzierung und das Jahr 2016 wird noch mehrere bringen. In den letzten Jahren war eine von fünf Investitionen eine Startkapital Finanzierung.

10. Die Mehrheit neuer Unternehmer sind Wiederholungstäter

In der Schweiz scheint die erste Welle der Startups schon erfolgreich bewältigt zu sein, das zeigt, dass zahlreiche, erfolgreiche Jungunternehmer heute bereits das zweite oder dritte Unternehmen gegründet haben – auch diese Personen sind spannend als Partner oder Venture Capital Finanzierer.
Mehr Informationen und Quelle: Inc.com

Tipps und Trick zum perfekten Startup-Pitch

Pitchen: eine Lebenseinstellung

Es geht nicht nur darum, eine Idee zu vermitteln, sondern darum jemand anderen zu einem bestimmten Handeln zu bewegen.

Der spontan-Pitch für Zwischendurch

Die Präsentation sollte maximal 12 Folien haben. Kannst du sofort und ohne nachzudenken, in einem Satz zusammenfassen, welchen Wert dein Unternehmen schafft? Deine spontane Vorführung muss griffig sein und die wesentlichen Fragen beantworten: Für wen und wie schaffst du Wert?

Weit mehr als Zahlen

Es geht nicht nur um Fakten. Du versucht eine mögliche Zukunft zu verkaufen. Aber wer kann schon in die Zukunft schauen? Also appelliere an das Herz der Zuhörer und nicht an den Verstand und die Logik.

Verstehe deine Zielgruppe

Informiere dich über sie. Finde heraus was für Erfahrungswerte diese Personen haben. Du musst auch dein Auftreten und deine Präsentation an das Zielpublikum anpassen.

Dein kreativer Rückzug

Eine gute Präsentation erfordert ungebremste Kreativität und messerscharfe Präzision deiner Gedanken. Ziehe dich also für die Vorbereitung an einen ruhigen Ort zurück.

In der Einfachheit liegt die Kraft

Einer der schlimmsten Fehler in einer Präsentation ist der Information-Overkill. Reduziere alles auf ein Problem und eine Lösung. Je einfacher du das komplexe Problem und deine effektive Lösung darstellen kannst, desto mächtiger ist deine Präsentation.

Aber die echte Herausforderung liegt darin, eine Idee ganz simpel darzulegen.

Power- Fragen machen den Unterschied

Stelle Fragen die zum Nachdenken anregen. Antworten geben kann jeder. Gute Fragen stellen nicht.

Das Werkzeug richtig nutzen

Der größte Fehler, den du machen kannst, ist deine Präsentation in Powerpoint erstellen zu wollen. Schreibe niemals direkt in Powerpoint, sondern übertrage deinen fertigen Entwurf. Es gibt nur drei grundlegende Regeln, die du in Powerpoint beachten musst:

  • Benutze genau drei Schriftgrössen: Gross, grösser und riesig
  • Keine einzige Animation, nirgendwo (lenken ab)
  • Eine Idee pro Folie

Kluge Wiederholung macht den Meister

Kenne deine Inhalte, deinen Spannungsbogen und deine Präsentation. Stelle dein Werk Mitgründern, Freunden, Verwandten oder Kontakten vor. Bitte um Feedback zu deinen Inhalten.

Der grosse Tag: Alles dreht sich um dich

Einen Abend zuvor entspannen und am grossen Tag pünktlich sein.

Mehr Tipps und Tricks gibts auf: http://t3n.de/magazin/perfekt-prasentieren-praxis-prima-pitchen-227529/