Welche Fehler machen viele auf LinkedIn?

Welche Fehler machen viele auf LinkedIn?

Die Welt bewegt sich in den digitalen Medien. Und ja, viele verwechseln LinkedIn mit Instagram und Facebook. Ich sehe viele Portraitshots in Artikeln, Fotoshootings, Emoticons in den Bildern, Texte und Dinge welche ich sicherlich in einem privaten Umfeld posten könnte, aber auf LinkedIn nichts verloren haben. Und viele senden einfach In-Mail Anfragen raus über SEO Optimierungen, Digital Seminare, LinkedIn Produkte usw – die wir in 99% der Fälle ablehnen weil sie nicht passen. Das zeigt zwar zum einen: Das Internet erleichtert es Menschen, Kontakt aufzunehmen und das sollte uns freuen. Allerdings zeigt es auch, viele vergessen, vorher eine intensive Recherche zu betreiben, bevor Kontakt-Anfragen und Postings gemacht werden.

Meiner Einschätzung nach betreiben zwar drei Viertel aller Kunden diese intensive Recherche online wenn es um den eigenen Kauf geht, im Verkauf sind es aber unter 5%.

Dabei wissen wir doch: Der Kunde kauft nicht mehr nur das Produkt. Der Kunde (selbst der Geschäftskunde) kauft das Gefühl, die Menschlichkeit, den Kundenservice, den Humor – kurz: Der Kunde kauft das Rundumpaket, das das Produkt oder der Service für einen leistet. Dazu gehört auch zu wissen und zu verstehen: wer steckt eigentlich dahinter.

Dabei ist das Problem gar nicht der Post und das In-Mail (eMail), sondern der Kontext. Der Content über alle Postings, gemeinsam mit den Profilen bildet das Fundament und die Struktur hinter dem Bild beim Gegenüber. Man fragt sich dabei: Haben wir besondere Fähigkeiten oder einen Zugang zu Wissen, den andere nicht haben? Können wir dieses Wissen so verpacken, dass es knapp, spannend und anregend ist und gleichzeitig Lust auf mehr macht? Und gleichzeitig, von etwas muss man ja leben, wenn wir wissen, dass 90% der Informationen irgendwo da draussen rum schwirren können wir es auch gleich so gut kostenlos rausgeben. Entscheidend ist ja nur: kommt mein Gegenüber schneller und einfacher an die Problemlösung für die persönliche Sache und konnte ich dabei helfen damit sich später jemand daran erinnert.

Vergessen wir dabei aber nie, Social Networking sollte vor allem eins sein: sozial.

Wichtig ist doch auch, dass wir unsere Kanäle natürlich und regelmässig bespielen und wir es uns erlauben, uns auch wie «echte Menschen» zu benehmen und dazu gehört auch etwas Werbung. Aber mit System. So können Käufer sich nicht nur mit den Mitarbeitenden anfreunden, sondern mit der gesamten Firma, deren Philosophie, und am Ende mit deren Produkten. Fokussieren wir uns hier lieber auf Klasse statt auf Masse, eine gute Vor-Recherche und Persona-Definition helfen dabei.

Nennen wir es doch einfach LinkedIn Networking in 3 einfachen Schritten und damit wir es alle etwas besser verstehen

  • Schritt Nummer eins: Mehrwert durch Hilfsbereitschaft

Was könnte meinem Kontakt helfen? Haben wir etwas im Content entdeckt und erstellt und sind wir bereit, es kostenlos weg zu geben? Können wir den Faden aufnehmen von einem Dialog, den wir selbst geführt oder gelesen haben? Versuchen wir dabei persönlich, aber trotzdem professionell zu sein. Das Ziel von Schritt eins ist ein Dankeschön oder ein Feedback, das heisst, fragen wir auch direkt in der Nachricht (Direktnachricht oder E-Mail), ob das der Person geholfen hat. Damit geben wir der Zielperson die Möglichkeit, den Ball zurückzuspielen.

  • Schritt Nummer zwei: Fragen wir nach einem persönlichen Austausch, entweder bei einem Treffen oder über das Telefon – nach einer Weile, nicht mit der Tür ins Haus fallen

Fragen wir hierzu, wenn der Austausch etwas statt gefunden hat, was dem potenziellen Kunden oder der Kundin helfen könnte, wenn wir etwas persönlich mitbringen oder vorbereiten würden. Seien wir auch hier vor allem eins: mitdenkend und hilfsbereit. Nochmals, es geht um den Dialog, das Angebot und dann die Replik darauf. Und ja manchmal ist sie negativ und manchmal positiv. C’est la vie.

  • Schritt Nummer drei: Halten wir Kontakt darüber hinaus

Auch wenn vielleicht nach dem ersten Gespräch noch kein Vertrag unterschrieben wurde, so halten wir den Dialog unbedingt aufrecht. Bespielen wir das Netzwerk mit unserem Wissen und Content. Und wer weiss, wer etwas sieht und teilt? Das Endergebnis ist der Start einer langfristigen Partnerschaft das über das eigene Netzwerk hinaus geht.

Darum, an alle die Social Networking als mühsames Übel des Internets und von LinkedIn ansehen, bitte fragt euch:

  • wann habe ich das letzte mal etwas kostenlos verteilt ohne wenn und aber?
  • was nervt mich eigentlich genau, die Ansprache, die Absicht oder dass mein Gegenüber mich einfach nicht verstanden hat?
  • wie kann ich persönlich dazu beitragen, dass wir nicht von Selfies und Prospekten geflutet werden?

Wenn wir vermehrt dokumentieren statt krieren, erreichen wir auch mehr Menschen – eine Methode die sich auch bei Working Out Loud wiederfinden lässt. 

Working Out Loud: dokumentieren statt kreieren

„Working Out Loud ist eine einfach Methode, um relevante Arbeitsbeziehungen aufzubauen, die dabei helfen, ein Ziel zu erreichen oder neue Themen zu entdecken.“ John Stepper

Frei nach dem sehr spannenden Buch von John Stepper „Working out loud“* ist, vereinfach ausgedrückt, die Kombination von Verständnis, Tools und Vernetzung die passende Methode, um langfristig Beziehungen im eigenen, lokalen oder Themen relevanten Netzwerk aufzubauen. Es ist aber ein neuer Arbeits-Mindset.

Es geht darum, Geschichten zu erzählen, Einblicke zu geben und damit Beziehungen zu vertiefen und eigene Verhaltensweisen zu ändern – offener, freigiebiger und vernetzter arbeiten, als Unternehmen aber auch als Person.

Whatsapp Community Management

Auf Hinweis in einer Facebook Gruppe zum Thema Digitales Marketing bin ich auf Recherche gegangen, wie einige Medienhäuser einen Newschannel via whatsapp bedienen, ohne dabei ständig am Handy tippen zu müssen. Das Problem: whatsapp bietet keine API an, (Artikel auf mashable – sorry no API). Da ich gerne konkrete Lösungvorschläge habe, bin ich jetzt mal ganz pragmatisch am Beispiel SRF (Schweizer Radio und Fernsehen) wie sie whatsapp einsetzen und schliesse folgendes daraus.

Meine Herleitung: Android + webApp + Telefonnummer + Broadcast Liste

  1. Androidhandy kaufen
  2. Nummer lösen (prepaid will do – wlan habt ihr ja)
  3. webApp whatsapp von whatsapp nutzen (Achtung hier gibts gute Hinweise)
  4. Broadcast Liste erstellen auf dem Handy
  5. User die sich melden der Liste hinzufügen
  6. Liste nutzen über whatsapp webApp um über Infos zu „broadcasten“. Das geht am PC einiges einfacher dank Copy paste
  7. Alternativ: zB Hootsuite nebenbei nutzen um auch wirklich alle Kanäle zu bedienen

Limit Hinweis: in einigen Foren berichtet man von einem Limit von 256 Usern, bei manchen ist von 800 die Rede. Wenn das so sein sollte, brauchts wohl für jeden Redaktor eine Nummer, ich selbst habe es noch nicht bis ans Limit getestet.

image1Was sind Broadcast Listen: Eine Broadcast-Liste erlaubt es dir, eine Liste mit Kontakten zu erstellen und speichern, denen du schnell und einfach Nachrichten senden kannst. Empfänger empfangen deineBroadcast-Nachricht, wie eine ganz normale Nachricht – also direkt in einem individuellen Chat. Empfänger sehen also nicht, an welche anderen Kontakte du die Nachricht gesendet hast und sie sehen auch nicht, dass du die Nachricht von einer Broadcast-Liste aus gesendet hast. Wenn sie antworten, erscheint die Antwort in einem individuellen Chat mit dir. Die Funktion ist als ähnlich der Blindkopie Funktion bei E-Mail.

Datenschutz: Um Nachrichten an bestimmte Kontakte in deiner Broadcast-Liste senden zu können, muss der Kontakt deine Telefonnummer in seinem Adressbuch gespeichert haben. Damit haben unsere Benutzer die Kontrolle darüber, von wem sie Broadcast-Nachrichten empfangen möchten. Wir arbeiten intensiv daran, Spam in WhatsApp einzugrenzen, damit jeder Benutzer eine gutes Nachrichten-Erlebnis hat.

Achtet darauf, dass sich die User der Datenschutzbestimmungen bewusst sind „Der Nutzer versichert, dass die eingetragenen persönlichen Daten wahrheitsgemäss und vollständig sind. Der Nutzer erklärt sich damit einverstanden, dass seine Daten bei SRF registriert und elektronisch gespeichert werden. Es erfolgt keine Weitergabe der Daten an Dritte. Es gelten dieDatenschutzerklärung und die Netiquette von SRF“ (Quelle SRF) und ihr selbst auch: “You agree not to use or launch any automated system, including without limitation, “robots,” “spiders,” “offline readers,” etc. or “load testers” […] that accesses the Service in a manner that sends more request messages to the WhatsApp servers in a given period of time than a human can reasonably produce in the same period by using a WhatsApp application.” (Quelle whatsapp)

Funktionierts? Wie sind Eure Erfahrungen? Freue mich über Feedbacks und talkbacks auf @rogerbasler

Digital Marketing Trends 2014

Das Jahr 2013 stand ganz im Zeichen der mobilen, visuellen Kommunikation gegenüber der Information, sowie der Media Konvergenz. Im Jahr 2014 werden die Karten zwar nicht neu gemischt aber die Aufgaben für Digital Marketeers geschärft. Mit dem neuen Jahr in den Startlöchern wagen wir einen kleinen Ausblick mit 5 von uns ausgesuchten Digitalmarketing Trends für 2014 (und darüber hinaus):

  1. Mobile ist alles
  2. Mobile ist nicht gleich Mobile
  3. Social Commerce
  4. Image-Based Content Marketing
  5. Die Nischennetzwerke kommen

1. Mobile ist alles

Wer im Jahr 2014 noch keine responsive oder mobile optimierte Webseite anbietet, hat bereits verloren. Gemäss einer diesjährigen Studie von Net-Metrix: besitzen derzeit rund 60% der Schweizer Bevölkerung ein Smartphone. Diese Zahl steigt jährlich um rund 10 – 15%. Auch die Anzahl und Nutzung von Tablets hat sich im Jahr 2013 bereits mehr als verdoppelt. Während die klassische Mediennutzung in der Schweiz (TV, Radio und Zeitung) jährlich um 2 – 3% abnimmt, nimmt hingegen die Nutzung im Bereich Smartphone um über 20% zu. Wer heute sein Marketingbudget nicht um mindestens 20% in den Bereich Mobile verschiebt, verpasst 2014 womöglich den Anschluss. Warum dem so ist zeigt ebenfalls die Studie von Net-Metrix: 9 von 10 Personen suchen über ihr Smartphone nach einem Produkt oder Dienstleistung, 40% kauften nach dieser Recherche mit dem Smartphone das Produkt online wogegen nur 30% das Produkt im Geschäft kauften.

2. Mobile ist nicht gleich mobile

Gemäss Carpathia Consulting liegt der mobile Umsatzanteil im Schweizer E-Commerce bei etwas über 10%. Leider werden fälschlicherweise Smartphones und Tablets immer noch in den gleichen Mobile-Topf geworfen. Nun sind beide Geräte prinzipiell “mobil” nutzbar, dennoch laufen sehr selten Menschen mit einem Tablett durch die Stadt, wie mit einem Smartphone (Touristen ausgenommen). Eine Webseite wirkt visuell und transaktionsbasiert anders auf einem Smartphone mit 3 – 4 Zoll gegenüber einem Tablet mit 7 – 10 Zoll (doppelt so gross). Auch wird ein Tablet eher im sitzen, im Zug, auf der Couch oder in der Freizeit benutzt, ein Smartphone ist jedoch ständig „on the Go“. Diese Tatsachen gilt es zu berücksichtigen, wenn Online Shops Features gebaut und Werbekampagnen gefahren werden. So ist bi einem Smartphone die Produktsuche elementar, auf einem Tablett lässt sich dieses Produkt allerdings noch in 360° Ansicht drehen und anwenden.

3. Social Commerce

Klassische e-Commerce Modelle wurden vom Erfolg Zalando’s wohl ebenso überrascht wie der Detailhandel. Dennoch zeigen sich auch hier bereits, was 2006 seinen Anfang nahm und mit fortschreitendem Social Media Konsum seine Verbreitung fand. Bei Social Commerce involvieren Unternehmen den Kunden beim Design, Verkauf und Marketing (z.B. über Kaufempfehlungen oder Kommentare) und nutzen Soziale Netzwerke zur Verbreitung dieser Einbindung. Dabei können Plattformen entweder den vollen Prozess anbieten (wie Kickstarter) oder bei Verkauf und Marketing in die Vollen preschen. Gerade der Status der mit einem entsprechenden Kauf einher geht, kann so für eigene Werbezwecke entsprechend genutzt werden. Unternehmen tun gut daran zu überprüfen, ob Social Media Kanäle zur Akquisition und soziale Mechanismen im Verkaufsprozess genutzt werden können.

4. Image Based Content Marketing

Visuelle Kommunikation schlägt das geschriebene Wort. Sei es bei 20 Minuten gegenüber der Tagesschau oder wie man unlängst sehen konnte bei Pinterest, Instagram und Tumblr. Die stehst wachsende Beliebtheit von Online-Videos bestätigt dies. Alleine auf Facebook werden täglich 350 Millionen Bilder geteilt, auf Instagram sind es über 55 Millionen und Google sowie YouTube integrieren immer clevere Werbeformen. Der Fall ist klar: Visuals erlangen mehr Aufmerksamkeit und das in einer sehr lauten, bunten und schnelllebigen Werbelandschaft. Das schöne am bewegten Bild: es ist mehr Wert als tausend Worte, denn es kann emotional berühren und Identifikation schaffen.

5. Die Nischennetzwerke kommen

Der Erfolg von Whatsapp und Snapchat macht es vor: Menschen wollen zwar international informiert sein, interagieren wollen sie jedoch lokal und zwar mit Menschen, welche die gleichen Interessen teilen wie sie selbst. Keine komplizierten Einstellungen und grosse Plattformen, sondern Social-Lokal-Mobile. Dazu gibt es neben den erwähnten zwei bekannten Appplikationen: Riffer (für Gitaristen), Goodreads (für Bücherfans), RedKaraoke (Sie erraten es) sowie Nextdoor (für die Nachbarschaft). Zwei weitere Netzwerke sind auf sehr gutem Weg Facebook & Co den Rang abzulaufen oder von eben jenen akquiriert zu werden. Path.com und Highlig.ht. Der Clou der beiden Apps: persönliche, Echtzeit Kommunikation und Hinweise von weiteren Nutzern in nächster Umgebung. Was bedeutet dies für Unternehmen? Suchen Sie sogenannte Early-Adopters und beobachten, interagieren Sie, vielleicht können diese auch als Botschafter der eigenen Produkte und Marken genutzt werden.

Eine abschliessende Bemerkung sei erlaubt: durch die ständig fortschreitende Digitalisierung darf eines nicht vergessen werden: wir Menschen sind und funktionieren Offline immer noch am besten. Unternehmen tun gut daran in den eigenen Kundenservice und Mitarbeiterschulung zu investieren, denn es gilt: gut behandelte Kunden kommen wieder und reden darüber, egal in welchem (Online-)Netzwerk.

Was kommt nach Facebook?

Aus aktuellem Anlass widmet sich dieser Artikel dem Trend in Sozialen Netzwerken, welche Alternativen zu Facebook es gibt und was dies für Unternehmen und Unternehmer bedeutet.

Ende Oktober wartete Facebook mit einer überraschenden Meldung auf: junge Menschen zwischen 18 und 25 Jahren laufen dem Netzwerk zunehmend davon. Zwar gewinnt das Netzwerk in absoluten Zahlen und wächst weiter, allerdings in anderen Ziel- und Altersgruppen. So überraschend dies in den schweizer und deutschen Medien aufgenommen wurde: bereits am 11. August bloggte die 13 jährige Ruby Karp auf der Trend-Plattform mashable.com: “I’m a teen living in New York. All of my friends have social networks (…) but lately, I’ve been noticing something different. Facebook is losing teens, and I think I know why.” / „Ich bin ein Teenager aus New York. Alle meine Freunde nutzen Soziale Netzwerke (…) aber in letzter Zeit habe ich einen Unterschied bemerkt. Facebook verliert Teenager und ich weiss wieso.“

Grund Nummer eins: Uncool

Der erste Grund: die Netzwerke überaltern zunehmend. Welche jungen Menschen wollen sich schon auf demselben Platz tummeln wie ihre Eltern, Lehrer oder gar Grosseltern. Während Facebook in der Nutzergruppe ab 40 zulegte (+40% seit 2010), gaben gemäss einer Studie des US-Forschungsinstituts Pew  42% der 18- bis 29-Jährigen und 34% der 30- bis 49-Jährigen an, im letzten Jahr weniger Zeit täglich auf Facebook verbracht zu haben als zuvor. Ausserdem hat sich Facebook mit seinen ständigen Layoutverbesserungen keinen Gefallen getan, ebensowenig mit den wechselnden Einstellungen der Privatsphäre. Wenn etwas zu kompliziert wird, kehren Jugendliche der Komplex lieber den Rücken.

Grund Nummer zwei: Alternativen

Der zweite Grund ist noch trivialer: Die Alternativen haben zugenommen – und zwar massiv. Derzeit zählt das Netz rund 300 Social Media zugehörige Plattformen. Darunter die Veteranen wie Twitter (Kurznachrichten) oder Foursquare (Check-In’s), die Newcomer Pinterest (Online Sammlungen) oder Tumblr (Mikro-Blogging) und allen voran: Instagram. Der Dienst entspricht dem absoluten Selbstverständnisgefühl der heutigen Jugend: zeig mir was Du tust und ich sage Dir wer Du bist. Nicht viel schreiben, nur fotografieren, keine komplexen Sicherheits- und Privatsphäreneinstellungen (Privat oder Öffentlich) und sehr wenig Text. Dieser Trend hatte auch Facebook erkannt, als es 2012 Instagram für USD 1 Milliarde kaufte.

Die Hidden-Champions

Aber welche Netzwerke sind nun in der zweiten und dritten Reihe? Immer mehr wird klar, dass der Sieg auf dem Mobiltelefon ausgemacht werden wird. Eine Webseite im klassischen Sinn ist für die Ü30 und älteren unter uns immer noch eine Anlaufstellte mit Orientierungsfaktor. Inklusive Navigation und klassischem Aufbau. Die Generationen nach uns, sind aber bereits sehr angetan von Whatsapp und Snapchat. Whatsapp verwandelt das persönliche Adressbuch in einen Chatroom, in welchem Bilder und Videos einfach geteilt, Standorte übermittelt und Statusmeldungen verteilt werden können. Snapchat hat sich auf eine besondere Nische spezialisiert: so kann man mit der App Snapchat Bilder nur für eine bestimmte Zeit verfügbar machen, von 5 bis 60 Sekunden ist es dem Übermittelnden überlassen, wie lange die Nachricht zu sehen ist. Wird ein Bildschirmfoto gemacht, erhält der Absender eine Nachricht. Erst Mitte November 2013 hatte der Gründer von Snapchat ein Angebot von Facebook in der Höhe von USD 3 Milliarden ausgeschlagen. Warum Facebook Interesse an Snapchat hat? Letztere haben Facebook kürzlich geschlagen im täglichen Foto-Teilen-Wettbewerb, das heisst, mehr Benutzer laden Fotos über Snapchat hoch als über Facebook: konkret 400 Millionen sog „Snaps“ pro Tag, gegenüber 350 Millionen auf Facebook. Allerdings beinhaltet die Facebook Zahl nicht die Bilder von Instagram (ca. 55 Millionen).

Netzwerke der nächsten Generation

Wohin geht die Reise in diesem hart umkämpften und oft unübersichtlichen Markt? Der Trend ist eindeutig: Social – Local – Mobile. Menschen wollen zwar international informiert sein, interagieren wollen sie jedoch lokal und zwar mit Menschen, welche die gleichen Interessen teilen wie sie selbst: Dazu gibt es Riffer (für Gitaristen), Goodreads (für Bücherfans), RedKaraoke (Sie erraten es) sowie Nextdoor (für die Nachbarschaft). Alle Apps und Webseiten können einfach gefunden und getestet werden. Auch wenn derzeit die meisten Netzwerke grosse Nutzer in den USA sowie Deutschland besitzen. Wenn Netzwerke also vemehrt persönlicher, lokaler und vor allem mobil sein sollen, so sind zwei Netzwerke auf sehr gutem Weg Facebook & Co den Rang abzulaufen oder von eben jenen akquiriert zu werden. Diese zu erwähnenden zwei Newcomer sind bereits Champions in den USA und die Frage bleibt, wann diese nach Europa und in die Schweiz rollen werden: Path.com und Highlig.ht (man beachte die Aufteilung von Name und Domain). Das besondere daran: beides sind Apps, keine Websiten und erlauben dem Benutzer sein eigenes, kleines lokales Netzwerk auf- und auszubauen. Path.com ist eine App, welche dem Benutzer erlaubt, seinen ganzen Tagesablauf wiederzugeben – inklusive wann diese Person aufsteht oder zu Bett geht. Highlig.ht hingegen setzt ganz auf den „sechsten Sinn“. So zeigt die App an, wenn Highlighter in der Nähe sind, welche gemeinsamen Freunde und Interessen man hat (auch wenn man nicht mit ihnen befreundet ist) und wenn Freunde in die Nähe kommen, benachrichtigt die App mich selbständig. BigBrother mit Stalking-Funktion lässt grüssen. Aber auch hier gilt: jeder Nutzer entscheidet selbst über Teilnahme und Freigabe.

Chancen für Unternehmer und Unternehmen?

Was bedeutet dies für Unternehmer und Unternehmen? Müssen wir nun alle Marketingpläne vervielfachen und umschreiben? Nein. Denn Facebook und Twitter werden nach wie vor die dominierenden Netzwerke sein und bleiben, zumindest bis 2015. KMU tun sich gut daran, den Markt zu beobachten und zu analysieren, welche Zielgruppe in welhem Netzwerk wirklich Sinn macht. Für Marken und Konsumgüter heisst es jedoch, dass selbst klassische Online-Kampagnen je länger je weniger funktionieren, ganz einfach weil sich die User dem Zugang entziehen. Mit persönlichen, lokalisierten Netzwerken werden Anzeigen faktisch immer mehr ausgeschaltet. Über Botschafter, und gesponserte Geschichten im grossen Stil, geteilt über alle Netzwerke (so wie RedBull es mit Stratos bereits getan hat) werden die Karten ab 2014 nochmals neu gemischt werden.

Social Commerce

Was ist Social Commerce?

Bei Social Commerce involvieren wir den Kunden beim Design, Verkauf und Marketing (z.B. über Kaufempfehlungen oder Kommentare) und nutzen Soziale Netzwerke zur Verbreitung dieser Einbindung. So werden Social Media Tools und Plattformen in den Such-, Entscheidungs- und Kaufprozess integriert und die Kunden werden somit zu weiteren Kommunikations- und Verbreitungspfeilern der eigenen Marketing- und Absatzbemühungen.

Die Fusion von Social Media und e-Commerce wurde, wenn auch entfernt bereits 2001 im The Cluetrain Manifesto der US-Autoren Rick Levine, Christopher Locke, Doc Searls und David Weinberger vorausgesehen und in These 11 festgehalten: „Die Menschen in vernetzten Märkten haben herausgefunden, dass sie sich weit bessere Information und Unterstützung gegenseitig bieten können, als sie von ihren Verkäufern erhalten“. Heute kennt man neben dem s-commerce (social commerce) auch f-commerce (facebook commerce), da sich das Netzwerk sehr stark bemüht, seine Nutzer längerfristig auf der Plattform zu halten und dabei zur eigentlichen Suchmaschine wird.

Nachfolgende Präsentation gibt einen kleinen, kurzen Einstieg.

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